 Zentrum für die Entzifferung Antiker Schriftsysteme 
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Sequenzanalysen zur elamischen Strichschrift
Mäder et al 2018

Die elamische Strichschrift ist ein unentziffertes, wohl syllabisches Schriftsystem aus dem Kulturraum Elams. Ein Teil der Inschriften – die Susa-Gruppe – wird in die Regierungszeit Puzur-Inšušinaks (ca. 2150 v. Chr.) datiert, der Rest kann chronologisch nicht eingeordnet werden. Wahrscheinlich handelt es sich um Weihinschriften, in denen politische Führer ihre Bauwerke und Votivgaben erwähnten und die Götter anriefen1. Ziel dieser Arbeit ist es, die vorhandenen Texte in Sequenzen zu unterteilen und so Einblicke in die Syntax der zugrundeliegenden Sprache zu gewinnen. Als Vorbereitung zu diesem Unterfangen erstellten wir einerseits eine Unicode-basierte Textsammlung (Anhang II) und machten sie mithilfe eines Webtools, beschrieben in Kap. 2, durchsuchbar. Andererseits erarbeiteten wir einen provisorischen Zeichenkatalog, das sogenannte Arbeitssyllabar (Kap. 3). Nach einer theoretischen Einführung in die linguistische Methode der Sequenzanalyse (Kap. 4) werden in Kap. 5 einundzwanzig Slot-Tabellen präsentiert, die teilkongruente Sequenzen einander gegenüberstellen und es so erlauben, Morpheme und Morphemgruppen zu isolieren und ihnen teilweise eine syntaktische Funktion zuzuordnen (Kap. 6). Basierend auf den Slot-Tabellen wird zudem für die häufigsten Zeichen berechnet, mit welcher Wahrscheinlichkeit sie an einem Wortende stehen und somit Suffixe darstellen dürften (Kap. 7.1 und 7.2). Ein Vergleich mit den bisher in der Literatur vorgeschlagenen Lautwerten erlaubt den Schluss, dass die Texte die elamische Sprache abbilden (Kap. 7.3). Zum Schluss werden, ebenfalls basierend auf den Slot-Tabellen, weitere Erkenntnisse besprochen (Kap. 8) sowie die Authentizität der Inschriften PhoeW und PhoeA′ beurteilt (Kap. 9).

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